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280km

Es war ein Traum. Ein Sommermärchen. Doch wie ich leider feststellen musste nichts mehr als das. So ist das im Allgemeinen mit Urlaubsgefühlen. Wenn sie einem nichtmehr aus dem Kopf gehen mag, auch wenn die Vernunft sagt, das es einfach zu weit ist um etwas zu werden. Aber wie auch 3 Doors Down dachte ich mir immer wieder

 

A hundred days had made me older
since the last time that I've saw your pretty face

A thousand lights had made me colder and I don’t think I can look at this the same

But all the miles had separate
They disappear now when I’m dreaming of your face

I’m here without you baby
but your still on my lonely mind
I think about you baby
and I dream about you all the time
I’m here without you baby
but your still with me in my dreams
And tonight it’s only you and me

Und das was du geschrieben hast, hat mich ermutigt. Du meintest "Ich wünsche mir so sehr einfach bei dir zu wohnen" und ich solle dich einfach entführen. Also fasste ich den Entschluss meinen Dienstag Abend und den darauf folgenden Feiertag zu dir zu fahren. 280km. Ich bin zuvor noch nie soweit in meinem Leben gefahren. Schon die Anreise war voll mit Hindernissen. So stand ich 4 Stunden bei Totalsperre der Autobahn im Stau. Gerade mal 15 Kilometer vor deiner Haustür. Ich finde das ist nicht nur Ironie, sondern das war irgendwie auch ein Zeichen. Der Abend war super. Zwar war die Musik in der "Disco", jedenfalls nannte man es so, nicht ganz unser beider Geschmack, aber wir haben ja im Urlaub bewiesen das man zu jeder Musik abgehen kann. Danach im Garten zu sitzen, einfach zu reden, Wasserpfeife zu rauchen, ich war schlichtweg glücklich. Und verunsichert. Wieso erzählst du mir von deinem Exfreund? Und das er der einzige ist mit dem du dir eine Beziehung hättest vorstellen können? Frustriet ging ich dann irgendwann ins Bett. Im Arbeitszimmer.

Der nächste Tag war einfach schön, zwar bewölkt aber die Altstadt war einfach super, besonders mit dir. Aber ich war so verunsichert. Als wir über die Dächer schauten war ich mir fast im klaren über meine Gefühle.

Auf der Heimfahrt kam Chicago auf meinem mp3 Player. In diesem Moment war ich mir sicher. Ich konnte es nichtmehr halten.

Zigarettenpause. Tränen. Schluchzen.

Ironischer Weise lief es heimwärts perfekt. Ich schaffte es sogar schneller als mein Navigationssystem mir berechnet hatte. Seit Donnerstag weiß ich, das 280km wirklich zuweit sind. Und ich bin dennoch enttäuscht das ein weiteres mal meine Liebe nicht erwiedert wurde. Es ist jetzt eine Woche vergangen, und ich hab es geschafft. Ich trauer dir nichtmehr nach. Ich interessiere mich wieder für andere Mädels. Anscheinend hab ich besser gelernt damit umzugehen. Immerhin sammle ich ja Körbe. Seit nunmehr 3 Jahren waren es tatsächlich 8 Körbe.

Witzig hierbei ist das ich auch beim pokern immer verliere. Manche würden sagen "Ausnahmen bestätigen die Regel". Ich aber sage euch: Pech in der Liebe, Pech im Spiel. Pech im Leben, Pech. Wieso müssen Frauen so schwierig sein? Frauen sind schwieriger als der Mathe Leistungskurs in Bayern. Definitiv. Weil bei Frauen hab ich einfach 0 Punkte.

4 Kommentare 11.10.07 16:40, kommentieren

Gedichte

In einer Deutschstunde, ich glaube es war vor 2 Wochen, hat es mich gepackt. Ein Gedicht von Christian Morgenstern. Palmström. Ich fand es tatsächlich faszinierend, obwohl ich bis dahin Gedichte immer als Künstelei nicht als Literatur abgetan habe. Doch das war, wie ich mir heute eingestehe, völliger Quatsch. Denn Gedichte sind eine Hochform von Literatur, man muss nur die richtigen lesen. Und Christian Morgenstern war genau der richtige Einstieg für mich. Dieses kindliche, ironisch-witzige jonglieren mit Sätzen hat mich wirklich gepackt. Nachdem ich mich nun eine Woche durch "Galgenlieder" von Morgenstern gelesen habe, bin ich auf Hermann Hesse gestoßen und fand auch einen Gedichtband im Bücherregal zuhause. Wohl von meiner Mutter. Jedenfalls packen mich diese Gedichte, natürlich nur ausgewählte, noch viel mehr. Ja es ist eben keine Komödie sondern eher eine Tragödie. Hermann Hesse zeigt seine Gefühle, denn nur wer wirklich so gefühlt hat kann diese Dinge auch so wiedergeben, wie er es schafft. Ich begreife ihn noch nicht in allen Dingen, aber ich habe mich auch noch nicht wirklich tief hineingelesen in seine Literatur. Dennoch möchte ich euch ein Gedicht hier unbedingt vorstellen. Es heißt Erinnerung und Hesse verfasste es irgendwann 1899-1902.

Erinnerung

 

Ich weiß nicht mehr wie alles kam,
Nur daß ich stummen Abschied nahm
Und stumm aus deinem Garten ritt
Der Eifersucht und Reue litt. 

Und das ich troßtlos mich vemaß,
Auf unsre Liebe allen Haß
Und allen feilen Hohn zu häufen,
Und daß ich dennoch heimlich ging
Mein Leid im Becher zu ersäufen.

Darüber rann die schnelle Zeit;
In lichten Schleiern jahreweit
Liegt unser Sommertraum dahinten,
Und ist nicht Tor noch Brücke mehr
Den Weg dahin zurück zu finden. 

 

Heute Abend werde ich ein Stück weiterlesen in diesem Band, und ich bin mir sicher das ich noch viele schönere Gedichte finde. Nur das hat mich echt bewegt. Gedichte sind etwas sehr schönes. Ich wünsche jedem von euch, der den Zugang noch nicht gefunden hat, ein vergleichbares Erlebnis.

1 Kommentar 16.10.07 17:04, kommentieren

Für Anna und Melli

Anna, du bist echt ne sau gute Freundin! Und Melli, du bist die beste! Deswegen habt ihr einen schönen Eintrag verdient. Nur da Hesse das wiedermals besser, und seien wir ehrlich, vorallem schöner ausdrücken kann an dieser Stelle ein Gedicht von Hesse.

Einem Freunde

Wie kommt es, daß du mich verstehst,
Wenn ich die Sprache meiner Heimat rede,
Die doch soweit jenseits der Meere liegt?
Und wenn ich still zu meinen Göttern bete,
Daß du unsichtbar bei mir stehst
Und deine Freundeshand in meiner liegt?

Auch fühl ich oft mit weichem Strich
Beim Geigen deine Hand mich rühren,
Und wenn ich krank bin, ängstet's mich,
Du möchstest meine Leiden spüren. 

Ihr seid immer für mich da und ich möchte das ebenso. Ihr könnt immer zu mir kommen wenn ihr jemanden braucht.

Ich liebe euch! 

 

1 Kommentar 16.10.07 22:35, kommentieren